Vorstellung LLOYD600

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08.12.2020 21:15
#1 Vorstellung LLOYD600
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IMG_2340.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)Hallo liebe LLOYD Freunde,

auch ich möchte mich und mein Hobby hier vorstellen.
Ich habe in 2018 bereits einen Bericht in der FmL verfasst, diesen hänge ich mal für die Detailinfos an.

Meine Lloyd Story- ein Weg mit Historie

Ein Lloyd LS400S war das erste Fahrzeug meiner Eltern. Er war Baujahr 1955, also vor mei-ner Zeit. Ich kann mich selber nicht daran erinnern, nur Fotos sind Zeitzeugen sowie die Ge-spräche mit meiner Mutter, in denen sie immer wieder betont, dass das Auto mehrfach liegen-geblieben sei und die Selbstmördertüren beim nach Hause schieben schmerzhaft in die Waden eingeschlagen waren. Das war seinerzeit auch wohl ein Grund dafür, dass meine Eltern sich bereits nach wenigen Jahren vom Lloyd trennten und sich für einen Ford Taunus 12m Welt-kugel, ebenfalls in Kombiversion (hießen die da auch schon Turnier?), entschieden hatten.
Im zarten Alter von 21 Jahren entdeckte ich dann zufällig in der Vorbeifahrt in einem Garten einen verlassenen Lloyd Kombi und erinnerte mich sofort an die Fotos, auf denen solch ein Auto als Eigentum meiner Eltern dargestellt war. Ich war sofort infiziert, das Auto wollte ich haben. In den darauffolgenden Tagen fuhr ich erneut zu der Fundstelle und meldete mich bei den Leuten, denen dieses Fahrzeug gehörte. Nach einem kurzen Gespräch konnte ich dann den Lloyd LS400S in Augenschein nehmen. Ich war entsetzt, als ich den Wagen dann näher betrachten konnte. Leider war das Auto als Hühnerstall umfunktioniert worden, dementspre-chend war auch der Zustand, allerdings gab es kaum Fehlteile.
Da ich aber gerade mein Hobby „Auto“ zum Beruf gemacht hatte, fand ich das Objekt als eine hervorragende Herausforderung. Nach Preisverhandlungen holte ich den Lloyd dann we-nige Tage später zusammen mit meinem Bruder ab. Wir hatten uns von der Verwandtschaft ein Zugfahrzeug mit AHK geliehen, von einer befreundeten Werkstatt eine Abschleppstange mit Kugelkupplung.
In diesem Verband traten wir den Schlepp in meinen 60km entfernten Heimatort an. Was für ein Wagnis, heute undenkbar. Wir mieden die Autobahn, und das war auch gut so. Denn nach wenigen Kilometern qualmten die Bremsen des Lloyd, kein Wunder, die saßen auf Grund der langen Standzeit fest. Nach einem kurzen Reparaturstopp kamen wir dann ohne weitere Panne am Elternhaus an.
In den folgenden Monaten wurde jede freie Minute für die Restaurierung verwendet. Die heimische Garage war allerding zu klein, um ein zusätzliches Fahrzeug unterbringen zu können und so musste der Lloyd für jede Arbeit hineingeschoben und danach wieder nach draußen verbracht werden. Das war schon sehr lästig und trübte die Freude am neuen Hobby. Zudem kamen andere Interessen hinzu, so dass der Lloyd nach Vollendung der Restaurierung letzt-endlich veräußert wurde. Die Ära war vorerst beendet.
Nach vielen Jahren ohne Oldtimer begann ich mit der Sammlung von Dreirad LKW Modellau-tos. Diese Fahrzeugkategorie hatte mich schon als kleiner Junge begeistert. Besonders chic und faszinierend fand ich den Goliath GOLI, der wurde in meiner Heimatstadt von einem Gemüsehändler und auch von einem „Schrotti“ als Lastesel verwendet. Bei der Suche nach neuen Fahrzeugen für die Vervollständigung der weit über 100 Modelle umfassenden Samm-lung entdeckte ich dann in 2003 ein im Netz inseriertes Modell im Maßstab 1:1. Nach Besich-tigung und darauffolgendem Kauf folgte dann eine Restaurierung, die fast 10 Jahre in An-spruch nahm. Doch es hat sich gelohnt, der GOLI ist gut geworden (wie ich finde und auch das Gutachten belegt) und er ist inzwischen fest in die Familie integriert. Während der Benut-zung für die Abfuhr von Gartenabfällen oder auch nur zu Ausfahrten und Treffen stellte sich aber relativ schnell heraus, dass auf Grund der fehlenden Unterstützung für Lenkung und Bremse sowie auch vorrangig des nicht synchronisierten Getriebes dieses Auto wohl eher für die Benutzung durch das stärkere Geschlecht konzipiert wurde. Der holden Weiblichkeit soll-te wohl eher der Beifahrersitz vorbehalten sein.
Aus diesem Grund begann die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug, dass auch vom Partner gefahren werden könnte. Da fiel die Wahl nicht schwer. Nach wenigen Abwägungen fiel die Entscheidung auf ein Fahrzeug aus der Borgward-Gruppe. Ja, ein Lloyd 600 mit synchroni-siertem Getriebe sollte es sein, und auf jeden Fall ein Kombi, denn der gehörte nun schon zur Familienhistorie. Nach gezielter Suche im Netz wurde relativ schnell ein geeignetes Fahrzeug im restaurierten Zustand gefunden, zu diesem Zeitpunkt kam eine Vollrestaurierung nicht in Frage. Als der Wagen dann nach Absprache mit dem Verkäufer besichtigt werden sollte, stell-te sich heraus, dass er kurz vorher an jemand anderes verkauft worden war. Die Enttäuschung war groß, aber die Hoffnung wurde nicht aufgegeben. Nach einigen Wochen Suche und Be-obachtung erschien ein Angebot im Netz, allerdings scheinbar ein Restaurationsobjekt. Der Familienrat beschloss, diese Herausforderung anzunehmen und in einem Gemeinschaftsprojekt anzugehen. Der Trailer wurde angehängt und die 500km zum Standort des Lloyd gemeinsam mit dem Nachwuchs abgespult. Nach Begutachtung der Substanz und zähen Verhandlungen war schließlich der Kaufvertrag unterzeichnet, der Wagen verladen und in die heimische Werkstatt verbracht. Das war im Sommer letzten Jahres.
Mittlerweile ist der kleine Lloyd komplett zerlegt und die demontierten Teile sind eingelagert. Diverse Anbauteile wie Scheinwerfer, Leuchten, Tank, Zierleisten, etc. sind bereits komplett aufbereitet und viele Ersatz- und Verschleißteile beschafft, unter anderem auch aus dem La-gerbestand unseres Clubs.
Nun soll als erstes die Restaurierung der Bodengruppe erfolgen. Die anstehenden Schweißar-beiten sind überschaubar. Reparaturbleche für die Eckrundungen hinten links und rechts sind bereits über ein von mir neu erstelltes Klopfmodell angefertigt worden und warten auf den Arbeitsschritt des Einschweißens. Die Schweller sollen auch komplett getauscht werden, ob-wohl sie nur je zwei Korrosionslöcher in den Bereichen der Kabeleinführungen aufweisen. Da es sich hierbei bekanntlich um Hohlprofile handelt, soll hier kein Korrosionsrisiko eingegangen werden.
Auf die Frage, welche Restaurationsdauer für dieses Projekt eingeplant sei, gibt es derzeit keine Antwort. Fest steht jedenfalls, so lange wie beim GOLI soll es möglichst nicht dauern!

Beruflich bin ich derzeit noch aktiv und stark eingespannt. Mein Arbeitgeber ist ein sehr großer Automobilkonzern. Deshalb kommt mein Hobby leider oft zu kurz. Ich bin aber meinem erlernten Beruf durch die praktische Ausübung meines Hobbies treu geblieben.
VG
LLOYD600 / GOLI500 / Karl-Heinz


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09.12.2020 11:13
avatar  UlJa
#2 RE: Vorstellung LLOYD600
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Servus Karl-Heinz,

Danke für die schöne Vorstellung.

Die Goli habe ich in meiner Kinderzeit noch im originalen Alltagseinsatz erlebt. Unser Kohlenhändler hatte einen, allerdings mit frei stehenden Scheinwerfern.

Das sind mittlerweile richtige Exoten..

Let the good Lloyds roll......

Ulrich

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09.12.2020 17:29
#3 RE: Vorstellung LLOYD600
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Moin Karl Heinz, schön, das du dich hier angemeldet hast.
Wie du weisst , besitze ich keinen Llloyd, dafür aber auch Fahrzeuge der Bremer Marke. Viel Spass hier. Sc horsch


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10.12.2020 19:48
#4 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Karl-Heinz

wilkommen hier im Forum, wir freuen uns auf Beiträge um das Forum langsam Leben einzuhauchen .
Du hast ja einen super Beitrag eingestellt.

Lloydgrüsse Knut


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08.06.2022 13:31
#5 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Karl-Heinz,

ich bin gerade nochmal auf Deine Vorstellung hier gestoßen und frage mich, wie es zur Zeit bei Deinem Kombi aussieht. Gibt es etwas neues?

Grüße
Stefan

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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05.01.2024 13:44
#6 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Stefan,
habe lange nichts gemacht und nun wieder aktiv. Boden ist fertig, Aussenbleche entrostet und entkalkt, kommen jetzt zum Lacker.
Mache gerade die Achsen. Frage: Wie werden bei den homokinetischenWellen die Radlager abgedichtet?


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05.01.2024 16:38 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2024 16:42)
#7 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Karl-Heinz,

schön, von Dir zu hören. Freut mich, dass es weitergeht.

Ich habe meine Radlager gegen neue ausgetauscht und direkt gekapselte genommen. Die sind auf Lebenszeit geschmiert und da hoffe ich, nie mehr ran zu müssen. Trotzdem habe ich die originale Gummimanschette darüber gezogen, aber eher wegen der Optik.

Hier mal ein Bild:

Achsmanschette.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Stefan

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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05.01.2024 19:06
#8 RE: Vorstellung LLOYD600
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stefan, du meinst die Gelenkwellen. Schorsch


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05.01.2024 20:51 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2024 20:55)
#9 RE: Vorstellung LLOYD600
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Nee, ich meine schon die Radlager.

Die sind so eingebaut, dass von hinten (motorseitig) Dreck und Spritzwasser diese erreichen könnten. Original ist die Antriebswelle (Gelenkwelle) ja mit einem Kreuzgelenk ausgestattet, welches mit der Achsmanschette abgedeckt wird. Diese Achsmanschette ist voller Fett und schützt so auch das Radlager von hinten vor Dreck und Spritzwasser.

IMG_0568.JPEG - Bild entfernt (keine Rechte)

Für die homokinetischen Antriebswellen ist dies Manschette eigentlich nicht mehr nötig, da das Gelenk ja aus Gummi (?) ist oder zumindest gekapselt. Das Radlager wäre aber dann den Unbillen der Witterung voll ausgesetzt. Deshalb habe ich hier auch gekapselte Lager eingebaut und die Manschette hat deshalb bei mir eigentlich keine Funktion mehr. Ich meine mich zu erinnern, dass die Montage etwas tricky war, weil das homokinetische Gelenk irgendwie mit der Manschette kollidierte...

Geht aber...

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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05.01.2024 22:18
#10 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hi,
ja, super, danke für die rasche Antwort.
Dann ist der Schmiernippel aber auch nur noch ein Verschluss 😉🙋🏻‍♂️.


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06.01.2024 10:23
#11 RE: Vorstellung LLOYD600
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Genau

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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07.01.2024 11:31
#12 RE: Vorstellung LLOYD600
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Guten Morgen und ein frohes neues Jahr allerseits.

Wo bekommt man die Antriebswellen mit homokinetischen Gelenken?

VG Dirk


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07.01.2024 11:55 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2024 12:00)
#13 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Dirk,

die fertigte Manfred Wolfsgruber aus Österreich nach Vorlage an. Ich schicke Dir gleich eine PM mit seinen Kontaktdaten.

Vom Fahrkomfort tust Du Dir damit einen großen Gefallen, ich weiß allerdings nicht, ob er noch was macht. Fragen kostet aber nix...

Grüße
Stefan

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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11.01.2024 16:34
#14 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hier mal der Unterschied zwischen den Originalen Antriebswellen (defekt)

Antriebswelle01.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)

und den homokinetischen 'Wolfsgruber-Wellen':

Antriebswelle02.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)

Grüße, Stefan

Dass mir keiner in die Suppe spuckt...

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17.01.2024 14:00
#15 RE: Vorstellung LLOYD600
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Hallo Dirk

Hast Du schon Antwort bekommen , ob die Antriebswellen noch hergestellt werden ?

Lieben Gruß Horst


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